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ChatGPT My Business? OpenAI testet „Claim your business“

ChatGPT My Business? Drei Funktionen laut Beta-Banner: Sichtbarkeit messen, Angebot pflegen, Business-Agent

Kurz gesagt: OpenAI baut offenbar ein eigenes Unternehmensprofil für ChatGPT. Auf einem Screenshot vom 6. November 2026 steht „Claim your business in ChatGPT“: Firmen sollen ihr Profil beanspruchen, sehen, wie oft ChatGPT sie nennt, ihre Produkte selbst pflegen und einen eigenen Business-Agenten Kundenfragen beantworten lassen. OpenAI hat das bisher nicht bestätigt. Es ist ein Gerücht mit guter Quelle, kein Fakt. Wenn es kommt, wäre es für ChatGPT das, was Google My Business und die Search Console für Google waren. Und es würde eines sehr deutlich machen: Wer in KI-Antworten vorkommen will, braucht saubere, strukturierte Daten.

ChatGPT My Business? Drei Funktionen laut Beta-Banner: Sichtbarkeit messen, Angebot pflegen, Business-Agent
Unsere Zusammenfassung des Beta-Banners. Stand 7. November 2026, nicht von OpenAI bestätigt.

Was genau aufgetaucht ist

Den Screenshot hat Juozas Kaziukėnas, Gründer von Marketplace Pulse, am 6. November 2026 auf LinkedIn geteilt. Am selben Tag haben ihn unter anderem Dylan Ander und Edward Sturm auf X verbreitet, Sturm mit dem Satz „OpenAI is releasing its own Google Search Console“. Search Engine Roundtable und Technori haben am 6. November darüber berichtet.

Auf dem Banner, das mit „unreleased/beta“ markiert ist, steht:

  • „Claim your business in ChatGPT“ mit dem Untertitel „Unlock your business agent and more ways to manage how your business shows up.“
  • See how your business shows up: verfolgen, wie oft das Unternehmen in ChatGPT-Gesprächen genannt wird.
  • Show customers what you offer: die neuesten Produkte hinzufügen und die Firmendaten aktuell halten.
  • Help customers make decisions: ein Business-Agent beantwortet Kundenfragen „with context you control“, also mit Inhalten, die das Unternehmen selbst festlegt.
  • Kleingedruckt: Man muss nachweisen, dass man das Unternehmen vertreten darf.

Kaziukėnas schreibt dazu laut Search Engine Roundtable, das Werkzeug messe Impressionen und Klicks: wie oft ein Unternehmen in ChatGPT-Antworten erscheint und wie oft auf Links zur eigenen Website geklickt wird, täglich als Verlauf. Es zeige keine Prompts, keine Nutzerdaten und keinen Vergleich mit Wettbewerbern. Der Nachweis laufe zum Beispiel über die Verbindung des eigenen Shopify-Shops. Er sieht das Ganze als Teil eines größeren „Business Hub“ und schätzt, dass es „close to launch“ sei.

Was davon gesichert ist: Es gibt diesen Banner, und er wurde von mehreren Leuten unabhängig geteilt. Was nicht gesichert ist: ob, wann, in welchen Ländern und in welchem Umfang OpenAI das startet. Technori hat die offiziellen Seiten und Release Notes von OpenAI durchsucht und keine Ankündigung gefunden. Wir behandeln es deshalb als das, was es ist: ein starkes Indiz.

Warum der Vergleich mit Google My Business passt

Wer seit ein paar Jahren im Marketing arbeitet, kennt das Muster. Google hat in zwei Jahrzehnten Schritt für Schritt aufgebaut, wie Unternehmen in der Suche erscheinen und wie sie das selbst steuern können:

Zeitleiste von Google Local Business Center 2005 über Google My Business 2014 und Search Console 2015 bis zum ChatGPT-Banner 2026
  • 2005, Google Local Business Center: Firmen konnten zum ersten Mal Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten selbst bei Google eintragen.
  • 2010, Google Places: eigene Unternehmensseiten in Maps und Suche.
  • 2012, Google+ Local: Profile mit Bewertungen, eingebunden in Google+.
  • 2014, Google My Business: ein Dashboard für Profil, Fotos, Beiträge und Statistik.
  • 2015, Google Search Console: die Webmaster Tools bekommen ihren heutigen Namen. Impressionen, Klicks, Suchanfragen, Indexierung.
  • 2021, Google Business Profile: das Profil wird direkt in Suche und Maps verwaltet.

Zwei Werkzeuge, zwei Aufgaben: Das Unternehmensprofil sagt Google, wer du bist und was du anbietest. Die Search Console zeigt dir, wie du gefunden wirst. Der ChatGPT-Banner kombiniert beides in einem Produkt und legt etwas Neues obendrauf: einen Agenten, der in deinem Namen mit Kunden spricht.

Was Google My Business für Unternehmen verändert hat

Der wichtigste Effekt war nicht das Dashboard. Es war die Erkenntnis, dass Google über dein Unternehmen spricht, ob du dein Profil pflegst oder nicht. Unbeanspruchte Einträge hat Google aus Verzeichnissen, Bewertungsportalen und Nutzerhinweisen zusammengesetzt. Falsche Öffnungszeiten, alte Telefonnummern, Fotos von Fremden: Wer sich nicht gekümmert hat, wurde trotzdem angezeigt, nur eben mit den Daten anderer.

Wer früh beansprucht und sauber gepflegt hat, hatte einen Vorteil, der sich über Jahre aufgebaut hat: mehr Anrufe, mehr Wegbeschreibungen, mehr Bewertungen. Um diese Profile herum ist eine ganze Branche entstanden: Local SEO, Bewertungsmanagement, Verzeichnis-Abgleich. Die Lehre daraus gilt heute wieder:

  • Die Plattform beschreibt dich sowieso. Die Frage ist nur, mit wessen Daten.
  • Einheitliche Daten an allen Stellen schlagen ein schönes Profil an einer Stelle.
  • Wer früh dabei ist, sammelt Verlauf, Bewertungen und Vertrauen, die Spätstarter nicht kaufen können.

Der Vergleich im Detail: Google Business Profile, Search Console, ChatGPT

Vergleichstabelle: Google Business Profile, Search Console und ChatGPT-Gerücht nach Funktionen wie Verifizierung, Produktdaten, Impressionen, Anfragen, Wettbewerb, Agent und anderen KI-Systemen

Legt man den Banner und die Beschreibung von Kaziukėnas neben die beiden Google-Werkzeuge, ergibt sich ein klares Bild:

  • Beanspruchen und verifizieren: gibt es bei allen dreien. Bei Google per Postkarte, Telefon, Video oder Domain-Nachweis, bei ChatGPT laut Bericht zum Beispiel über die Shop-Verbindung.
  • Firmendaten und Produkte pflegen: Kernfunktion des Google-Profils, bei ChatGPT laut Banner ebenfalls. Die Search Console kann das nicht.
  • Impressionen und Klicks: Search Console und Unternehmensprofil liefern sie, ChatGPT soll sie täglich liefern.
  • Welche Anfragen dich zeigen: Hier wird es spannend. Die Search Console zeigt Suchanfragen, das Google-Profil zumindest Suchbegriffe. ChatGPT soll laut Kaziukėnas keine Prompts zeigen. Du siehst also, dass du genannt wurdest, aber nicht, auf welche Frage hin.
  • Vergleich mit Wettbewerbern: bietet keines der drei Werkzeuge.
  • Eigener Agent: das wirklich Neue. Google hatte mit Business Messages einen Chat für Unternehmen und hat ihn 2024 wieder eingestellt. ChatGPT setzt jetzt auf einen KI-Agenten, der mit deinen Inhalten antwortet.
  • Andere KI-Systeme: Gemini, Claude und Perplexity sieht man in keinem dieser Dashboards. Jedes misst nur die eigene Plattform.

Warum Daten jetzt wichtiger werden als Texte

Eine Suchmaschine zeigt zehn Links und lässt den Menschen entscheiden. Ein KI-Assistent entscheidet vor: Er fasst zusammen, empfiehlt, vergleicht Preise, nennt zwei oder drei Anbieter. Dafür braucht er Fakten, die er verlässlich lesen kann. Was er nicht sicher weiß, lässt er weg oder holt es von Dritten.

Genau da setzt der Banner an. „Show customers what you offer“ und „keep your business info up to date“ heißt übersetzt: Gib uns deine Daten direkt, in einer Form, die wir verarbeiten können. Das ist dieselbe Logik wie bei Google: Wer seine Daten nicht liefert, wird mit den Daten anderer beschrieben. In KI-Antworten sind das heute oft Vergleichslisten, Foren und Bewertungsportale. Wir haben das in unserem Beitrag zu Listicles und Reddit als KI-Quellen ausführlich beschrieben.

Was „strukturiert“ konkret heißt

  • Eine Quelle der Wahrheit: Name, Adresse, Angebot, Preise, Lieferbedingungen kommen aus einem System, nicht aus fünf Tabellen.
  • Strukturierte Daten auf der Website: Organization, Product, Offer, FAQ und LocalBusiness als JSON-LD, passend zur Seite und zum sichtbaren Inhalt.
  • Produktdaten als Feed: Shop-Systeme liefern das meist schon. OpenAI hat für den Kauf im Chat eigene Produktfeeds eingeführt. Wer den Feed sauber hat, ist für ein Business-Profil vorbereitet.
  • Lesbar für Crawler: Der Suchcrawler von OpenAI heißt OAI-SearchBot. Wer ihn in der robots.txt oder per Firewall blockiert, verschwindet aus den Quellen. Wichtige Inhalte sollten ohne JavaScript im HTML stehen.
  • Antworten auf echte Kundenfragen: Seiten, die genau die Fragen klären, die Käufer einem Assistenten stellen, mit klaren Aussagen und Belegen.

Agenten machen Geschäft - auch ohne deine Website zu öffnen

Der dritte Punkt auf dem Banner ist der weitreichendste. Ein Business-Agent, der Kundenfragen „mit Kontext, den du steuerst“ beantwortet, heißt: Ein Teil des Verkaufsgesprächs findet in ChatGPT statt, nicht mehr auf deiner Website. Seit September 2025 können Nutzer in den USA mit Instant Checkout direkt in ChatGPT kaufen. Zusammen gedacht entsteht ein Weg, auf dem Kunde und Unternehmen sich nur noch über Agenten begegnen.

Für Unternehmen verschiebt das die Frage. Früher hieß sie: Wie bekomme ich den Klick? Jetzt heißt sie auch: Was weiß der Agent über mich, und stimmt es? Ein Agent verkauft nur, was er versteht. Wenn Preise, Verfügbarkeit oder Leistungsumfang widersprüchlich sind, empfiehlt er lieber einen Anbieter, bei dem alles zusammenpasst.

Deshalb arbeiten wir bei GEO Tool an beiden Enden. Auf der einen Seite die Website, die Menschen überzeugt. Auf der anderen Seite Daten, Struktur und Schnittstellen, die Agenten lesen und nutzen können. Auffindbarkeit heißt heute: von Menschen und von Maschinen verstanden werden.

Wird es also bald ein „ChatGPT My Business“ geben?

Unsere Einschätzung, klar als Einschätzung gekennzeichnet: wahrscheinlich ja, in irgendeiner Form. Der Banner wirkt fertig, mehrere Leute haben ihn unabhängig gesehen, und Kaziukėnas berichtet von ersten Spuren seit August. Die Logik ist dieselbe, die Google zum Unternehmensprofil geführt hat: Eine Plattform, die über Unternehmen spricht, braucht verlässliche Daten von genau diesen Unternehmen. Und ein Dashboard mit Impressionen ist der natürliche Weg, Unternehmen auf die Plattform zu holen.

Offen bleibt vieles: wann der Start kommt, ob zuerst nur für Shopify-Händler oder nur in den USA, ob es Kosten gibt, wie der Agent genau arbeitet und ob Werbung in ChatGPT damit verknüpft wird. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald OpenAI etwas bestätigt.

Was das für GEO bedeutet

Ein offizielles Dashboard von OpenAI wäre eine gute Nachricht für alle, die mit Generative Engine Optimization arbeiten. Es bestätigt, dass Sichtbarkeit in KI-Antworten messbar und steuerbar ist und dass sie für Umsatz zählt. Es ersetzt aber nicht, was Unternehmen eigentlich wissen wollen:

  • Auf welche Fragen werde ich genannt und auf welche nicht? Das Dashboard soll laut Bericht keine Prompts zeigen.
  • Wer wird statt mir genannt? Kein Wettbewerbsvergleich.
  • Wie sieht es in Gemini, Claude und Perplexity aus? Jede Plattform misst nur sich selbst.
  • Welche Quellen nutzt die KI, um über mich zu sprechen, und welche davon kann ich beeinflussen?
  • Was muss ich ändern, damit es besser wird?

Genau das ist der Job von GEO: die Fragen kennen, die Käufer stellen, messen, wer dort genannt wird, und Website, Daten und Quellen so verbessern, dass die eigene Marke die verlässlichste Antwort ist. Mit der Search Console war es genauso: Sie hat SEO nicht überflüssig gemacht, sie hat es messbar gemacht.

So bereitest du dich jetzt vor

Checkliste mit sechs Punkten: Firmendaten einheitlich, strukturierte Daten, Produktdaten aktuell, lesbar für KI-Crawler, echte Kundenfragen beantworten, in allen KI-Systemen messen
  1. Firmendaten überall gleich: Name, Adresse, Angebot und Preise auf Website, Google-Profil, Branchenverzeichnissen und Social-Profilen abgleichen.
  2. Strukturierte Daten prüfen: Organization, Product und FAQ als JSON-LD, ohne Widerspruch zum sichtbaren Text.
  3. Produktdaten aus einer Quelle: Shop oder PIM als einzige Quelle, Feed regelmäßig aktualisiert. Wer Shopify nutzt, ist für die Verifizierung laut Bericht bereits gut aufgestellt.
  4. Crawler zulassen: robots.txt und Firewall auf OAI-SearchBot, Googlebot und die Crawler anderer KI-Systeme prüfen, Inhalte ohne JavaScript erreichbar machen.
  5. Kundenfragen beantworten: Die zehn wichtigsten Fragen, die Käufer vor dem Kauf stellen, jeweils auf einer passenden Seite klar beantworten.
  6. Messen, bevor das Dashboard kommt: Wer heute schon weiß, wo er in ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity steht, hat eine Ausgangsbasis und kann einen Start von OpenAI sofort einordnen.

Den technischen Teil kannst du sofort prüfen: Der kostenlose GEO Check zeigt dir, ob deine Website für KI-Crawler lesbar ist, ob strukturierte Daten fehlen und wo Belege für Vertrauen fehlen. Uns geht es dabei nicht um eine hohe Punktzahl, sondern darum, dass du gefunden wirst. Wie sichtbar du heute in den KI-Antworten bist, misst GEO Tool mit deinen echten Kundenfragen über ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity, inklusive Wettbewerbern und Quellen. Einen Überblick über den Markt gibt unser Vergleich der GEO-Tools. Für Shops lohnt sich ein Blick auf GEO für Online-Shops.

Quellen

Häufige Fragen

Gibt es „Claim your business in ChatGPT“ schon?

Nein, Stand 7. November 2026 nicht offiziell. Es gibt einen Screenshot eines Beta-Banners, den Juozas Kaziukėnas am 6. November geteilt hat. OpenAI hat sich dazu nicht geäußert.

Ist das ein Google My Business für ChatGPT?

So sieht es aus. Laut Banner sollen Unternehmen ihr Profil beanspruchen, Produkte und Firmendaten pflegen und einen eigenen Agenten Kundenfragen beantworten lassen. Dazu kommen Impressionen und Klicks wie in der Google Search Console.

Zeigt das Dashboard, auf welche Fragen ich genannt werde?

Laut Kaziukėnas nicht. Es soll Impressionen und Klicks zeigen, aber keine Prompts, keine Nutzerdaten und keinen Vergleich mit Wettbewerbern.

Wie verifiziert man sein Unternehmen?

Der Banner sagt nur, dass man nachweisen muss, das Unternehmen vertreten zu dürfen. Kaziukėnas nennt als Beispiel die Verbindung des eigenen Shopify-Shops. Welche Wege es noch geben wird, ist offen.

Brauche ich dann noch GEO?

Ja. Ein Dashboard zeigt, wie oft du in ChatGPT genannt wirst. GEO sorgt dafür, dass du genannt wirst, auf den richtigen Fragen, in allen KI-Systemen und mit korrekten Angaben. Strukturierte Daten, lesbare Seiten und gute Quellen bleiben die Grundlage.

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Über den Autor

Gorden WübbeG

AI Search Evangelist | Gründer von geo-tool.com | Mitgründer famefact

Gorden Wübbe misst, ob KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Mode ein Unternehmen empfehlen, und zeigt, wie es auf diese Shortlist kommt. Als OpenAI die GPTs geöffnet hat, baute er als Erstes ein GEO-Tool und sicherte sich die Domain geo-tool.com. Daraus ist eines der ersten GEO-Tools im deutschsprachigen Raum entstanden.

Als Mitgründer der Berliner Agentur famefact baut er seit 2011 Marketing-Tools. Neue GEO-Hypothesen testet er zuerst auf einem eigenen Portfolio von über 200 Domains, bevor sie in Kundenprojekte gehen. Seine Überzeugung: Rankings sind kein Ziel mehr. Entscheidend ist, ob die KI ein Unternehmen nennt, wenn der Einkäufer fragt.

Ehemann. Vater von drei Kindern. Slowmad.

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